ScheinsicherheitAuf der Suche nach höherer Zuverlässigkeit ihrer Arbeit greifen Organisationen gerne zum Prozessmanagement. Dabei werden immer wieder Rahmenwerke für Prozesse in der jeweiligen Branche hoch gehandelt. Für die IT-Organisationen ist das zum Beispiel das Framework ITIL (IT Infrastructure Library). In den meisten Fällen bieten diese Rahmenwerke aber nur eine Scheinsicherheit.

In seinem regelmäßigen Podcast „Kaizen2Go“ hat mich Götz Müller kürzlich interviewt. In diesem Gespräch haben wir die Scheinsicherheit von ITIL und viel gehandelten Projektmanagement-Konzepten thematisiert. Hier können Sie das Interview hören.

Ganz gleich, ob Sie in Ihrer Organisation Betriebskonzepte wie ITIL einführen wollen oder Sie auf agile Projektstrukuren mit Scrum oder Kanban setzen: Diese Methoden und Regelwerke sind meistens sehr sinnvoll – aber es geht nicht um die korrekte Einhaltung dieser Setzungen, sondern um das, was danach passiert: Strukturierte Change-Management Prozesse im IT-Betrieb oder eine regelmäßige  Sprint Retrosektive in agilen Prozessen machen Konflikte oder Kommunikationslücken sichtbar, die ohne diese  nicht offensichtlich würden.

Diese Fehler, Konflikte und Kommunikationspannen sind nicht Störungen der Methode sondern ihre Früchte! Weil Sie mit verbesserten Prozessstrukturen arbeiten, werden diese Reibungen sichtbar und Sie können darauf eingehen. Ohne die neumodischen Methoden hätten Sie dieselben Konflikte, aber Sie könnten sich in der Illusion wiegen, sie nicht sehen zu müssen.

Das heißt aber auch: Prozessmanagement, „Best-Practice“-Frameworks oder Projektmanagement-Methoden führen nicht zur Verbesserung der Zuverlässigkeit. Erst wenn wir die notwendigerweise auftretenden Konflikte reifer aufgreifen und aushalten lernen, gewinnen wir Zuverlässigkeit, Schnelligkeit, Effizienz.

Methoden alleine bewirken nichts.


Die Brücke: Rene Adamos – Reflections (Seoul) – cc-Lizenz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.