Methode und TheorieBeratermethoden helfen, Interventionen in Organisationen schnell umzusetzen. Organisationstheorie ermöglicht, auch in unbekannten Situationen sicher zu steuern.

Immer wieder tauchen neue Methoden mit interessanten Namen auf dem Markt der Management- und Beratungsliteratur auf. Wie wichtig ist es für Führungskräfte und Berater, mit diesen neuen Trends auf Ballhöhe zu bleiben? Die passende Beratermethode hilft, wirksame Interventionen in Organisationen schnell umzusetzen. Eine schlüssige Organisationstheorie dagegen versetzt uns in die Lage, auch in unvorhergesehenen Situationen souverän zu agieren. Viele Berater und Manager bemühen sich ständig, neue Methoden zu erlernen und mit der Entwicklung Schritt zu halten. Diverse Aufstellungsmethoden, „agile Organisationsentwicklung“ oder andere, häufig mit einem Warenzeichen geschützte Begriffe, die den Stein der Weisen versprechen. Zu beinahe jeder Methode gibt es das passende Fortbildungsprogramm – selbstverständlich mit dem entsprechenden Zertifikat. Kaum hat man das eine Siegel auf dem Briefpapier, wird im nächsten Projekt schon der Nachweis für die nächste Methode erwartet. Die Zertifizierungsindustrie freut sich.

Die Igelstrategie

Beim diesjährigen Treffen der Alumni von Simon, Weber & Friends präsentierte Torsten Groth die Systemtheorie als „Igelstrategie“ für Manager und Berater. Das Schulungsnetzwerk von Fritz B. Simon und Gunthard Weber legt seit über 25 Jahren den Schwerpunkt seiner Ausbildung auf dem systemtheoretischen Verständnis von Organisationen, Beratung und Veränderungsprozessen. Torsten Groth’s Bild von Hase und Igel in der Beratungsszene finde ich treffend.

Es gibt keinen „Organisationsdietrich“

Statt wie der Hase durch die Furchen der Zertifizierungsäcker zu hetzen, setzen systemische Berater und Führungskräfte auf die Igelstrategie: Kommt der abgehetzte Hase mit seinem neuen Methodenzertifikat am Ackerrand an, hat der Igel die Methode schon aus systemtheoretischer Sicht auf ihre Tauglichkeit untersucht. Alle Methoden bedienen unterschiedliche Funktionen von Führung und Organisationsentwicklung. Ein „Organisationsdietrich“, der alle Türen öffnet, wurde noch nicht erfunden.

Für den Führungs- und Beratungserfolg ist es wichtiger, die Situationen zu verstehen und zu wissen welche Führungsfunktion hier zu fördern ist. Die Interventionsmethoden, dies zu erreichen, sind schnell etabliert.

Ständige Rückmeldung und systemische Intervision

Für mich ist die Community der systemtheoretischen Berater wichtig, um unterschiedliche Methoden des Projekt- und Prozessmanagements, zur Moderation oder Mediation, zur Strategieentwicklung oder Reorganisation funktional zu würdigen und ihre Stärken in Beratungssituationen herauszuarbeiten. So erfahre ich, welche Methoden ich für meine Beratungspraxis adaptieren kann. Der Nutzwert meiner Beratung für meine Kunden wächst mit jedem reflektierten Projekt und jeder Intervision unter systemischen Kolleg(inn)en.

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